NVIDIA beschreibt den Einsatz der RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition zusammen mit NVIDIA vGPU 20 für virtualisierte Unternehmensrechenzentren. Die GPU verfügt über 32 GB GDDR7-Speicher und unterstützt bis zu zwei MIG-Instanzen. Damit lässt sich eine physische GPU auf Hardware-Ebene in zwei unabhängige Instanzen mit jeweils garantiertem Speicher, Cache und Compute-Ressourcen aufteilen, um mehreren virtuellen Maschinen vorhersehbare Quality of Service bereitzustellen.
Der Beitrag konzentriert sich auf die Bereitstellung in VMware vSphere und zeigt, wie sich MIG mit vGPU konfigurieren lässt, wie Profile für typische Enterprise-Workloads dimensioniert werden und welche ergänzenden Funktionen verfügbar sind. In der beschriebenen Konfiguration wird die GPU in zwei MIG-Instanzen mit jeweils 16 GB Framebuffer partitioniert.
Für das Tutorial wird auf dem ESXi-Host zunächst die Grafikeinstellung der RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition auf Shared Direct gesetzt und der vGPU-Modus Mixed Size aktiviert, damit unterschiedlich große vGPU-Profile auf derselben MIG-Instanz betrieben werden können. Anschließend wird einer ausgeschalteten VM ein PCI-Gerät mit einem MIG-basierten vGPU-Profil zugewiesen. Im Beispiel verwendet eine Windows-11-VM das Profil nvidia_rtx_pro_4500_blackwell_dc-1-4q, ein 4-GB-Profil. Die Kennzeichnung _dc-1- steht dabei für ein einzelnes vGPU, das von einer MIG-Slice der RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition getragen wird.
NVIDIA nennt als Demonstration drei VMs auf einem Host mit unterschiedlichen MIG-gestützten vGPU-Profilen: 3B, 4Q und 16Q. Diese Profile ordnet das Unternehmen typischen Szenarien wie Knowledge Work, Einstiegs-Workstations sowie Data-Science- oder Machine-Learning-Aufgaben zu. Über nvidia-smi auf dem Hypervisor-Host lassen sich laut Beitrag der aktuelle Betriebszustand der GPU, die Speichernutzung, Temperatur sowie die Konfiguration der MIG-Instanzen und der darin laufenden vGPU-Profile prüfen. Im gezeigten Beispiel läuft auf MIG GPU Instance 1 ein 16Q-Profil, während MIG GPU Instance 2 ein 4Q-Profil und ein beispielhaftes 3B-Profil hostet.
In der Gast-VM ist die Installation des passenden Windows-11-vGPU-Treibers erforderlich; software-emulierte Grafikfunktionen, die den NVIDIA-Gasttreiber stören könnten, sollen deaktiviert werden. Die Verbindung zur VM erfolgt im Beispiel über ein Remoting-Protokoll wie Omnissa Horizon oder RDP. Anschließend kann im Windows-Geräte-Manager geprüft werden, ob der konfigurierte MIG-gestützte vGPU-Typ verwendet wird. Zusätzlich verweist NVIDIA auf dxdiag, wo das primäre Grafikgerät als RTX PRO 4500 Blackwell DC-1-4Q-Profil erscheinen soll.
Als weiteres Beispiel beschreibt NVIDIA zwei gleichzeitig ausgeführte Anwendungen auf getrennten VMs: eine CUDA-basierte Partikelsimulation in einem Linux-Docker-Container und einen Windows-11-Desktop für einen Knowledge Worker. Damit soll die gleichzeitige Ausführung unterschiedlicher Workloads auf derselben physischen GPU mit MIG-gestützten vGPU-Profilen veranschaulicht werden.
Für Anwender von NVIDIA Ampere- oder Ada-Lovelace-Architekturen hebt der Beitrag den Wechsel zur RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition hervor. In einer virtualisierten Umgebung erreiche die GPU bei Grafik-Workloads in einem 4K-Setup laut NVIDIA nahezu die 1,9-fache Beschleunigung gegenüber der NVIDIA L4. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf höheren NVENC-Durchsatz für effizienteres Remote-Display-Streaming.
Mit vGPU 20.0 sei die RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition in große Virtualisierungsplattformen integriert. Zu den in dem Beitrag genannten Neuerungen von vGPU 20 gehören ein neues NVIDIA AI Virtual Workstation Toolkit zur Bereitstellung eines NVIDIA AI Blueprint for Video Search and Summarization in einer vWS-Umgebung auf der RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition, fixed-share scheduling für heterogene vGPUs, vGPU-Unterstützung für VergeOS, Wayland-Support für Linux-basierte virtuelle Maschinen sowie die Unterstützung flüssigkeitsgekühlter Varianten der RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition.
Außerdem verweist NVIDIA auf Cloud-Angebote für GPU-Virtualisierung. Google Cloud habe eine Preview fraktionaler G4-VMs mit NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition angekündigt, mit vGPU-Profilen von 12 GB, 24 GB, 48 GB und 96 GB. Microsoft Azure werde in der NCv6-Serie auf Basis von NVIDIA RTX PRO 6000 vGPU-fähige fraktionale und vollständige GPU-Optionen bis zu dual 96 GB anbieten.
